WDR holt sich Hilfe von Anwälten

In dem Verfahren Oppong ./. WDR holt sich der WDR nun Hilfe von der Edelkanzlei Redeker Sellner Dahs & Widmaier. Die Bonner Kanzlei hat den WDR in der Vergangenheit schon in mehreren Verfahren vertreten. Auch der Ombudsmann des WDR für Korruptionsangelegenheiten, Axel Groeger, gehört der Kanzlei an. Die Kanzlei Redeker vertrat auch den NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg im Umweltskandal um die Industriechemikalie PFT vor der Pressekammer des Landgerichts Berlin gegen den Springer-Verlag und musste dabei eine Niederlage einstecken. Renate Damm, Mitglied im „Compliance-Team“ der ARD  Werbung Sales & Services GmbH, verfolgte bis zum Beginn ihrer Selbständigkeit im Jahr 2000 eine „Tätigkeit im Hamburger Büro der Sozietät Redeker Schön Dahs & Sellner“.

Namentlich werden die Anwälte Gernot Lehr und Christian Mensching die anwaltliche Vertretung für den WDR übernehmen. Lehr ist ausgerechnet Mitglied des Vorstands des Studienkreises  für Presserecht und Pressefreiheit. Dieser will die „Medienwissenschaft fördern“ und verfolgt nach eigenen Angaben „ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke“. Dem Studienkreis gehören nicht nur Intendanten und Leiter von Medienunternehmen an, sondern auch Richter – so zum Beispiel der Bonner Jura-Professor Udo Di Fabio, der dem Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts angehört und auch Mitglied des Vorstands des Studienkreises ist. Ob auch Richter des Verwaltungsgerichts Köln, welches über meine Klage zu entscheiden hat, dem privaten Verein angehören, ist nicht bekannt. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Anwalt Gernot Lehr, der Juristische Direktor und Stellvertreter des Intendanten des Bayerischen Rundfunks, Professor Albrecht Hesse, der auch Mitglied der Juristischen Kommission der ARD ist, sowie der OLG-Richter und Gutachter am Bundesverfassungsgericht Professor Rolf Stürner.

Die Beauftragung der renommierten Kanzlei Redeker dürfte den Sender nach Einschätzung von Experten einen hohen vierstelligen bis fünfstelligen Betrag kosten. Dafür kommen indirekt die Gebührenzahler mit ihren Rundfunkgebühren auf. Es bleibt daher nur zu hoffen, dass der WDR in dem Rechtsstreit nicht unterliegt und nicht mit öffentlichen Mitteln ein überflüssiger Rechtsstreit finanziert wird.

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2 Antworten to “WDR holt sich Hilfe von Anwälten”

  1. Jens Says:

    „Es bleibt daher nur zu hoffen, dass der WDR in dem Rechtsstreit nicht unterliegt und nicht mit öffentlichen Mitteln ein überflüssiger Rechtsstreit finanziert wird.“

    Das, was über RVG hinausgeht, bezahlt der WDR doch in jedem Fall selbst, auch wenn er gewinnt?

  2. Marvin Oppong Says:

    Das stimmt. In jedem Fall kostet die Weigerung des WDR, Informationen preiszugeben, den Gebührenzahler etwas. Wenn der WDR verliert allerdings etwas mehr.

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